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Chlordioxid im Hotelwasser – welche Mikroorganismen werden begrenzt und wovon hängt die Wirksamkeit ab?

In den Wasserinstallationen von Hotels schaffen die besonderen Betriebsbedingungen ein günstiges Umfeld für die Entwicklung gefährlicher Mikroorganismen. Komplexe Warmwassersysteme, weitläufige Wellnessbereiche mit Pools und Whirlpools sowie schwankende Gästezahlen machen die Einhaltung hoher Hygienestandards zu einer anspruchsvollen Aufgabe.
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Phasen geringer Auslastung in einzelnen Gebäudeteilen führen häufig zu Wasserstagnation in Rohrleitungen. Fehlender Durchfluss in wenig genutzten Leitungsabschnitten begünstigt die Ablagerung organischer und anorganischer Partikel. Diese bilden die Grundlage für die Entstehung von Biofilm. Die klebrige Polymermatrix dient Krankheitserregern als Schutzraum und schirmt sie teilweise vor üblichen Desinfektionsmitteln ab. Deshalb stoßen Verfahren auf Basis von Natriumhypochlorit bei etablierten Biofilmstrukturen häufig an ihre Grenzen. In solchen Fällen werden Oxidationsverfahren benötigt, die die biologische Schutzschicht durchdringen und mikrobielle Nester innerhalb des Rohrsystems erreichen können.
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Oxidationsmechanismus von Chlordioxid und Vorteile gegenüber herkömmlichem Chlor
Chlordioxid besitzt starke oxidierende Eigenschaften, wodurch es direkt mit Aminosäuren und Nukleinsäuren mikrobieller Zellen reagieren kann. Die Substanz schädigt die Zellmembran von Bakterien und stört entscheidende Stoffwechselprozesse, was zu einer schnellen Inaktivierung vieler Mikroorganismen führt.
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Im Gegensatz zur klassischen Chlorung basiert dieser Prozess auf einem selektiven Elektronenaustausch. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass bei der Desinfektion deutlich weniger Trihalomethane (THM) und Chloramine entstehen als bei vielen herkömmlichen Chlorierungsverfahren. Gleichzeitig müssen die Konzentrationen von Chloriten und Chloraten als mögliche Nebenprodukte entsprechend den geltenden Trinkwasservorschriften überwacht werden.
Die hohe Löslichkeit von Chlordioxid im Wasser ermöglicht eine effektive Verteilung auch in schwer zugänglichen Bereichen der Installation. Dadurch kann Chlordioxid bakterielle Biofilmstrukturen auf Rohrinnenwänden, in Speichertanks und Wärmetauschern abbauen. Es wirkt sowohl gegen frei im Wasser vorkommende Mikroorganismen als auch gegen deren Lebensräume innerhalb biologischer Ablagerungen.
Die deutschsprachige Fachliteratur beschäftigt sich regelmäßig mit der Wirksamkeit von Chlordioxid gegen Legionellen und andere widerstandsfähige mikrobielle Belastungen in komplexen Wassersystemen. Dies unterstreicht die Bedeutung des Verfahrens für anspruchsvolle hydraulische Anlagen. Bereits bei vergleichsweise niedrigen Konzentrationen kann die Behandlung zur Reduzierung von Biofilm beitragen und damit die hygienische Stabilität des Systems unterstützen.
Legionellen als zentrale Herausforderung in Hotelanlagen
Bakterien der Gattung Legionella gelten als einer der wichtigsten Indikatoren mikrobiologischer Risiken in großen öffentlichen Gebäuden. Diese Erreger können sich besonders gut in Wasserbereichen mit Temperaturen zwischen etwa 25 und 45 °C vermehren.
Warmwasser aus Duschen erzeugt feine Aerosole, die eingeatmet werden können und dadurch ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellen. In verzweigten Warmwassernetzen ohne ausreichende Zirkulation kann die Konzentration der Bakterien deutlich ansteigen. Erschwerend kommt hinzu, dass Legionellen in bestimmten Wasseramöben überleben können, wodurch sie teilweise vor herkömmlichen Bioziden geschützt werden.
Die Wirksamkeit eines Oxidationsmittels hängt von verschiedenen physikalisch-chemischen Faktoren ab. Im Vergleich zu Natriumhypochlorit bleibt Chlordioxid über einen breiten pH-Bereich hinweg aktiv und behält seine desinfizierende Wirkung auch bei unterschiedlichen Wasserbedingungen. Darüber hinaus reagiert es weniger empfindlich auf organische Belastungen, was eine stabilere Restkonzentration selbst in weiter entfernten Bereichen des Leitungsnetzes begünstigen kann.
Bei der kontinuierlichen Dosierung werden je nach Anwendungsfall und rechtlichen Vorgaben häufig Konzentrationen im Bereich von etwa 0,07 bis 2,0 mg/l eingesetzt. Für Maßnahmen zur gezielten Kontrolle von Legionellen werden die Konzentrationen entsprechend den technischen Anforderungen und den geltenden Vorschriften überwacht und angepasst.
Eine höhere Wassertemperatur beschleunigt die Oxidationsreaktionen und kann die Inaktivierung von Mikroorganismen fördern. Gleichzeitig verkürzt sie die Stabilitätsdauer des Wirkstoffs. Auch Übergangsmetalle und reduzierende Substanzen im Rohwasser können den Bedarf an Desinfektionsmittel erhöhen. Daher ist die richtige Kontaktzeit zwischen Wasser und Wirkstoff ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Desinfektionsmaßnahme.
In großen Wellness- und Freizeitbereichen kann die regelmäßige und fachgerecht gesteuerte Dosierung dazu beitragen, eine gleichbleibende Wasserqualität aufrechtzuerhalten und unerwünschte Gerüche zu reduzieren.
Die Wahl der geeigneten Wasseraufbereitung
Die optimale Aufbereitungsmethode hängt von der Architektur des Rohrnetzes, der chemischen Zusammensetzung des Wassers und den Verbrauchsschwankungen innerhalb des Gebäudes ab. Ein sicheres Wassermanagement erfordert die Berücksichtigung tatsächlicher mikrobiologischer Risiken sowie die schrittweise Reduzierung bestehender Biofilme in älteren Leitungsabschnitten.
Auf dem Markt sind verschiedene stabilisierte Chlordioxidlösungen für solche Anwendungen verfügbar. Das Unternehmen CAP Wilków bietet im B2B-Bereich Chlordioxid-basierte Produkte wie Supra Activa und Supra Plus für Anwendungen in Trinkwasser-, Prozesswasser- und Schwimmbadwasseranlagen an.
Der Einsatz zugelassener Chemieprodukte in Kombination mit präziser Dosiertechnik kann dazu beitragen, weitläufige Wassersysteme vor erneuten mikrobiellen Belastungen zu schützen. Eine dauerhaft hohe hygienische Sicherheit setzt jedoch die regelmäßige Überwachung von Entnahmestellen sowie die Anpassung der Dosierung an die tatsächliche mikrobiologische Belastung des Gebäudes voraus.



