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Wie wählt man Paletten nach Maß für Lasten mit ungewöhnlichen Abmessungen und hohem Gewicht?

- Welche Daten zur Ladung müssen vor der Palettenkonstruktion bekannt sein?
- Welche Anforderungen entstehen bei der Lagerung im Palettenregal?
- Wie sollten Palettenabmessungen an Transportbedingungen angepasst werden?
- Wie beeinflussen Konstruktion und Material die Tragfähigkeit?
- Warum ist die Holzfeuchte wichtig?
- Welche Angaben sollte man einem Hersteller von Paletten nach Maß übermitteln?
Ladungen mit ungewöhnlichen Abmessungen oder besonders hohem Gewicht stellen besondere Anforderungen an Transport und Lagerung. Eine klassische Palette im Format 1.200 × 800 mm ist nicht für jede Ware die optimale Lösung. Ragt das Produkt weit über die Palettenkontur hinaus oder konzentriert sich die Last auf wenige Punkte, können Stabilität, Handhabung und sichere Lastverteilung beeinträchtigt werden.
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Auch eine Überschreitung der vorgesehenen Tragfähigkeit kann zu Schäden an Brettern, Verbindungen oder anderen Konstruktionselementen führen. Bei Sonderlasten sollte die Palette deshalb anhand der tatsächlichen Abmessungen, Masse, Lastverteilung und logistischen Bedingungen ausgelegt werden.
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Eine individuell konstruierte Holzpalette kann die Auflageflächen besser an das Produkt anpassen und die Handhabung in Transport- und Lagerprozessen erleichtern.
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Welche Daten zur Ladung müssen vor der Palettenkonstruktion bekannt sein?
Die Entwicklung einer individuellen Palette beginnt mit einer möglichst genauen Beschreibung der Ware und ihrer späteren logistischen Nutzung.
Gewicht und Lastverteilung bestimmen wesentlich, welche Tragfähigkeit und Konstruktion erforderlich sind. Dabei sollte nicht nur die Gesamtmasse berücksichtigt werden. Punktlasten, asymmetrische Produkte und ein außermittiger Schwerpunkt können zusätzliche Verstärkungen oder eine veränderte Anordnung der tragenden Elemente erforderlich machen.
Der Schwerpunkt der Ladung sollte bei der Planung so berücksichtigt werden, dass sich die Ware während des Hebens und Transportierens möglichst stabil auf der Palette verhält. Gleichzeitig muss genügend Auflagefläche vorhanden sein, um hohe lokale Belastungen einzelner Bretter zu vermeiden.
Zu den wichtigen Ausgangsdaten gehören insbesondere:
Länge, Breite und Höhe der Ladung;
Gesamtgewicht;
Verteilung der Masse auf der Auflagefläche;
Lage des Schwerpunkts;
vorgesehene Anschlag- und Sicherungspunkte;
Art der Handhabung mit Hubwagen oder Gabelstapler;
Transport- und Lagerbedingungen.
Diese Informationen erleichtern auch die spätere Planung der Ladungssicherung mit beispielsweise Umreifungsbändern oder Stretchfolie.
Welche Anforderungen entstehen bei der Lagerung im Palettenregal?
Eine Palette, die ausschließlich auf einem ebenen Hallenboden abgestellt wird, wird anders belastet als eine Palette in einem Hochregallager.
Im Regal liegt die Palette häufig nur auf bestimmten Trägern auf. Dadurch entstehen andere Biegebeanspruchungen als bei einer vollflächigen Unterstützung.
Für die Regallagerung muss deshalb separat geprüft werden, ob Konstruktion, Auflagepunkte und Steifigkeit der Palette zur vorhandenen Regalanlage und zur Last passen.
Je nach Anwendung können zusätzliche Bretter, veränderte Querschnitte oder andere Verstärkungen erforderlich sein. Nicht allein die Dicke einzelner Kufen oder Bretter entscheidet über die Eignung, sondern das Zusammenspiel der gesamten Palettenkonstruktion mit der vorhandenen Regalgeometrie.
Auch die Zugänglichkeit für Fördertechnik muss berücksichtigt werden. Ein Sonderformat darf die sichere Aufnahme mit den im Betrieb eingesetzten Gabelstaplern oder Hubwagen nicht behindern.
Wie sollten Palettenabmessungen an Transportbedingungen angepasst werden?
Neben der Ware selbst beeinflusst das vorgesehene Transportmittel die Abmessungen einer individuellen Palette.
Eine auf Produkt und Laderaum abgestimmte Konstruktion kann helfen, Transportfläche effizienter zu nutzen und unnötige Freiräume zu reduzieren. Die Anpassung der Palettenmaße ersetzt jedoch keine fachgerechte Ladungssicherung.
Auch eine gut dimensionierte Palette muss so verladen und gesichert werden, dass sich die Ladung während Brems-, Beschleunigungs- und Kurvenvorgängen nicht unkontrolliert bewegt.
Bei der Planung sollten daher unter anderem berücksichtigt werden:
Abmessungen der Ladefläche oder des Containers;
Position der Palette im Laderaum;
Art der Be- und Entladung;
Stapelbarkeit;
vorgesehene Sicherungsmittel;
mögliche Einschränkungen durch Transport- und Fördertechnik.
Maßgefertigte Paletten können besonders dann sinnvoll sein, wenn Standardformate regelmäßig zu schlechter Flächennutzung oder ungünstiger Lastverteilung führen.
Wie beeinflussen Konstruktion und Material die Tragfähigkeit?
Anordnung, Anzahl und Querschnitt der Holzelemente haben direkten Einfluss auf die Steifigkeit und Belastbarkeit einer Palette.
Eine EPAL-Europalette besitzt beispielsweise standardisierte Abmessungen von 1.200 × 800 mm und besteht aus 11 Brettern und 9 Klötzen. Ihre sichere Arbeitslast beträgt 1.500 kg. Werden beladene Paletten auf einem festen und ebenen Untergrund gestapelt, darf die unterste Palette mit maximal 5.500 kg belastet werden.
Diese Werte gelten für die definierte EPAL-Konstruktion und lassen sich nicht ohne Weiteres auf individuell gefertigte Paletten übertragen.
Bei einer Sonderpalette müssen Tragfähigkeit und Aufbau entsprechend den tatsächlichen Anforderungen ausgelegt werden. Bei hohen Punktlasten kann beispielsweise eine engere Anordnung der Deckbretter oder eine zusätzliche Unterstützung sinnvoll sein.
Bei Paletten nach Maß können Abmessungen, Konstruktion und gewünschte Tragfähigkeit individuell auf das Produkt und den vorgesehenen Einsatz abgestimmt werden.
KOR-PAL fertigt nach eigenen Angaben sowohl Standard- als auch maßgeschneiderte Holzpaletten und verwendet dabei hauptsächlich Nadelholz. Das Unternehmen berücksichtigt bei individuellen Projekten unter anderem die gewünschten Abmessungen und die erforderliche Traglast.
Warum ist die Holzfeuchte wichtig?
Auch die Eigenschaften des verwendeten Holzes beeinflussen die Qualität einer Palette.
Zu hohe Holzfeuchte kann unter ungünstigen Lagerbedingungen die Gefahr mikrobieller Veränderungen erhöhen und die Maßhaltigkeit der Holzelemente beeinflussen. Die Auswahl und Vorbereitung des Holzes sollte deshalb an die vorgesehenen Transport- und Lagerbedingungen angepasst werden.
Besondere Anforderungen können zusätzlich beim internationalen Warenverkehr gelten.
Für Holzverpackungsmaterial, das unter die Anforderungen des ISPM 15 fällt, ist unter anderem eine zugelassene phytosanitäre Behandlung erforderlich. Bei der Wärmebehandlung nach dem HT-Verfahren muss im Holzkern eine Temperatur von mindestens 56 °C für mindestens 30 Minuten ohne Unterbrechung erreicht werden.
Ob ISPM 15 für einen konkreten Versand erforderlich ist, hängt vom Zielland und den dort geltenden Einfuhrbestimmungen für Holzverpackungsmaterial ab.
Welche Angaben sollte man einem Hersteller von Paletten nach Maß übermitteln?
Je genauer die Anforderungen beschrieben werden, desto besser lässt sich die Palettenkonstruktion auf die tatsächliche Anwendung abstimmen.
Vor der Anfrage sollten möglichst folgende Informationen vorliegen:
genaue Produktabmessungen;
Gesamtgewicht und Lastverteilung;
gewünschte Palettenmaße;
erforderliche Tragfähigkeit;
Art der Lagerung;
eingesetzte Fördertechnik;
Transportmittel und Laderaumabmessungen;
Anforderungen an die Ladungssicherung;
Einsatz im nationalen oder internationalen Transport.
KOR-PAL beschreibt bei der Entwicklung maßgefertigter Paletten einen Prozess, bei dem zunächst Anforderungen wie Abmessungen und gewünschte Traglast festgelegt werden. Nach Abstimmung von Entwurf und Prototyp kann anschließend die Serienproduktion erfolgen.
Die richtige Holzpalette für eine ungewöhnliche Last entsteht damit aus dem Zusammenspiel von Produktparametern und Logistikbedingungen. Nicht allein die Außenmaße oder das Gesamtgewicht entscheiden über die Konstruktion, sondern auch Lastverteilung, Schwerpunkt, Auflagepunkte, Lagerung und Art der Handhabung.
Eine entsprechend ausgelegte Palette kann die Ladung besser unterstützen, die Arbeit mit Fördertechnik erleichtern und helfen, Transport- und Lagerprozesse sicherer und effizienter zu gestalten.



